Musikalische Menschen

Auf den folgenden Seiten werde ich in kollektiver Form und etwas kurz auf einige Künstler eingehen, deren Geschichte zwar nicht weniger wichtig ist als die, die ihnen vorausgeht, aber aus verschiedenen Gründen nicht in den ersten Teil dieses Buches aufgenommen werden konnte.

Der wahre Wert des musikalischen Könnens besteht nicht allein in der Kraft, den Applaus des großen Publikums zu gewinnen und dadurch Berühmtheit zu erlangen: Es besteht auch darin, dass es dem Besitzer selbst eine Quelle der Verfeinerung und des Vergnügens ist, durch die er die Ruhe, die Freuden, das eigene und das Leben seiner Nachbarn und Freunde bereichern kann. Und hier finden wir daher eine kurze Erwähnung derjenigen, die, obwohl sie keine öffentlichen Interpreten sind, dennoch aufrichtige Anhänger der Musikkunst sind, die über ein entschiedenes Talent verfügen und die in ihren Errungenschaften Instanzen eines Charakters aufweisen, der so bemerkenswert ist, dass er das Gleiche durchaus rekordverdächtig macht.

Es wird auch als richtig erachtet, zu sagen – eine Vorsicht, die vielleicht nicht notwendig sein mag,- dass ich hier nur Personen der wissenschaftlichen Musikkultur erwähnen werde; von niemandem außer denen, die die Notenseite lesen und ihrem Inhalt Leben und Ausdruck verleihen können, im Allgemeinen auch mit einem feinen Maß an Exzellenz, entweder mit Stimme oder Instrument; und die durch ihre Studien und Aufführungen den wahren künstlerischen Geist zeigen. Der Sänger oder Spieler „nach Gehör“ wird nicht erwähnt, auch wenn er von der Natur bevorzugt wird. Dieser Kurs wird nicht deshalb verfolgt werden, weil Personen der letztgenannten Klasse verächtlich betrachtet werden, sondern weil die hier gegebene Liste, soweit sie geht, eine wahre Aufzeichnung dessen sein soll, was sich auf die höhere Reichweite und den Fortschritt einer Rasse bezieht, die, immer als natürlich musikalisch betrachtet, bisher aufgrund der verderblichen Einflüsse des schändlichen Systems der Sklaverei daran gehindert wurde, sich, so allgemein wie möglich, eine wissenschaftliche Kenntnis der Musik zu verschaffen.

Auch die Namensliste ist nicht als erschöpfend zu verstehen. Hatte der Autor die Zeit, in der er mehr Namen sammeln konnte, oder hatte er hier den Raum für den Druck desselben, versichert er dem Leser dieser nur partiellen Chronik, dass man eine um ein Vielfaches größere einrichten könnte. Und falls sich ein verdienstvoller Musiker beschweren sollte, weil sein Name hier nicht auftaucht, bitte ich ihn, das Versäumnis zu entschuldigen, das weder aus freien Stücken noch mit dem Ziel, eine persönliche Beleidigung auszusprechen.

Wenn die erste Ausgabe dieses Buches mit einer solchen Gunst empfangen wird, dass die Herausgabe eines zweiten Buches gerechtfertigt ist, werde ich, wenn es sich als notwendig erweist, mir die Zeit und Mühe nehmen, darin solche Auslassungen zu machen, die in287 diesem Buch gemacht zu werden scheinen. Wenn es sich als notwendig erweist, sage ich; denn ich bin geneigt, diese Meinung zu vertreten, und zwar aus einem „Blick auf das Feld“, den ich in letzter Zeit genommen habe, und nachdem ich dort die vielen entzückenden Zeugnisse der musikalischen Liebe und Kultur gesehen habe, – dass weder solche Listen noch solche Bücher wie diese als notwendig erachtet werden.

Dennoch bittet der Autor alle, die sich für die allgemeinere Pflege der Musik durch das Volk interessieren, ihm die Namen, die hier weggelassen wurden, zusammen mit allen Fakten, die das auf diesen Seiten behandelte Thema zusätzlich illustrieren können, zu schicken; alle Namen und Aussagen müssen von einer möglichst starken Bestätigung begleitet werden. Diese werden veröffentlicht, wenn andere Ausgaben des Buches erscheinen.

Es ist zu hoffen, dass die hier genannten Personen, wenn sie sehen, dass ihre gegenwärtigen Leistungen in der Kunst als so wertvoll angesehen werden, um den ästhetischen Geschmack und die musikalische Fähigkeit ihrer Rasse anzugeben, dadurch zu noch größeren Anstrengungen gezwungen werden, und so zu jenem noch höheren Zustand der Nützlichkeit und Unterscheidung zu gelangen, von dem man glaubt, dass ihre Talente und gegenwärtigen Leistungen durchaus möglich sind. Beispielsweise ist sogar Schwangerschaftsmusik erwiesenermaßen gut für das heranwachsende Kind.

In der Stadt Boston, dem anerkannten großen Kunstzentrum des Landes, werden die besten Möglichkeiten zum Studium der Musik geboten. Dort werden die Türen von Konservatorien und anderen Musikschulen, die zu den besten der Welt gehören, für alle geöffnet; die Kosten für den Eintritt sind angesichts der vielen Vorteile recht moderat. Eine Liebe zur „göttlichen Kunst“ durchdringt alle Klassen in Boston; und dort erhält der ernsthafte Schüler und der Geschickte in der Musik, welcher Rasse er auch immer sein mag, bereitwillige Anerkennung und volle288 Ermutigung. Tatsächlich ist es fast unmöglich, in dieser Stadt der Melodie zu leben und weder ein praktischer Musiker noch ein Musikliebhaber zu werden.

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